Maria wusste sich weiterleben in all den Menschen, die ihr im Leben begegnet sind. Sie hatte nie Energie übrig für Festhalten in Foto, Film oder Schrift; sie versprühte alles Augenblick für Augenblick, und so wird sie in Erinnerung bleiben.
Die vielen Verwandten und Freunde, die von Marias Tod überrascht wurden, bekamen Schreiben wie dieses zusammen mit der Erinnerungskarte. Die vielen Antworten sei hier herzlich bedankt.
Als sich die Schülerliste von Marias letzter Klasse fand, wurden die über zehn Jahre alten Adressen angeschrieben, von denen die Kinder längst in die weite Welt entflogen waren. Dennoch kam dieser Brief zurück, mit vielen Fotos und Tonaufnahmen .
Gesonderte Nachricht bekamen Bruder David Steindl-Rast mit diesem Schreiben, das er hiemit beantwortete, Vanja Palmers antwortete auf jenes Schreiben mit dieser Mail. Dines Bjørner antwortete mit dieser Mail.
Mit solchen Mails wurden diese Internetseiten bekannt gemacht.
Und das ist der Nachruf zum ersten Todestag 2016. Von Frau OSR Elisabeth Riefler, der Direktorin von Marias letzter Dienststelle, kamen diese Erinnerungen.
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In Marias Nachlass haben wir unter anderem dieses Kuvert gefunden:
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Darin steckte ein Bild, zu dem folgende Geschichte zu erzählen ist: Das Bild zeigt Maria voll Zuversicht mit prächtigen Locken in der zweiten Klasse Volksschule. Ein Jahr vorher jedoch hatte sich Maria gegen ihre Einschulung gewehrt, indem sie mit dem Bleistift ihre Kopfhaut zerkratzte, bis der Doktor entschied, der Kopf müsse geschoren werden (auf Kosten der langen, geflochtenen Zöpfe), um die eitrigen Krusten auszuheilen. Und am Foto erscheint alles prächtig nachgewachsen (allerdings nicht lange genug, um Zöpfe zu binden), insgesamt geheilt und erstarkt. In dieser Zeit entschied sich Maria dafür, selbst Lehrerin zu werden. |
So ist das Kuvert mit den handgeschriebenen Worten zusammen mit dem enthaltenen Bild wohl als eine Art Vermächtnis von Maria zu verstehen. Zu ihrem siebzigsten Geburtstag haben wir es mit dieser Mail auf einer Karte verschickt, mit dem Untertitel "Ich will ..... werden". Auf der Karte lassen wir die "....." offen für jeden jungen Menschen, für seine eigene Zuversicht.
Auf der Hinterseite der verschickten Karte ist die untere Strophe mit dem Namen von Maria überdeckt --- aber so, dass das nicht lange halten wird: namenlos soll das Bild werden, bereit zum Absinken in den Urgrund, aus dem wir alle unser Menschsein schöpfen.
Offen für alle und namenlos, so ist der Nachlass wohl am ehesten im Sinne von Maria.